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Das Kunstmuseum Solingen
Dem Kunstmuseum Solingen (vormals Museum Baden) in Solingen-Gräfrath ist der Solinger Kunstverein bereits seit den ersten Planungsüberlegungen für dessen Errichtung im ehemaligen Gräfrather Rathaus verbunden. Noch in den ersten Phasen der Gründungsüberlegungen war der Kunstvereinsvorstand bereits an der Ideenfindung zur Realisierung eines eigenständigen Kunstmuseums in Solingen involviert. Als damaliger Solinger Landtagsabgeordneter und Vorstands- und Gründungsmitglied des Kunstvereins gehörte Ernst-Martin Walsken zu den engagierten Schlüsselfiguren.
So ist es nicht erstaunlich, dass der Solinger Kunstverein das Kunstmuseum Solingen als Partner und mittragende Säule seiner Arbeit schätzt und im Sinne gegenseitiger Bereicherung unterstützt. Auch die räumlichen Gegebenheiten in Solingen, das Fehlen eigener Räume sowie die daraus resultierende Tatsache, dass das Kunstmuseum Solingen der einzige Ort für die aktuelle Kunst und die Möglichkeit von Ausstellungskonzeptionen weit über eine lokale Bedeutung hinaus ist, macht diese Partnerschaft so wertvoll.
Nach der Ausstellung zum 10jährigen Bestehen des Kunstvereins 2001/2002 kamen in Kooperation die Ausstellung „space specific“ von Andreas Bee im Jahr 2004 sowie die Ausstellung mit Peter Casagrande zu Beginn des Jahres 2006 zustande. Eine weitere erfolgreiche Ausstellungskooperationen war “Black Mountain” mit Hans Schulte und Markus Vater im Jahr 2007. Zuletzt unterstützte der Kunstverein die Doppelausstellung mit Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath im Jahr 2009. Weitere Kooperationen wird es auch in den kommenden Jahren geben.
Der großzügig gestaltete Neubau des Hauses bietet auf zwei Etagen Möglichkeiten zur Präsentation aktueller Kunst, die es aus architektonischen Gründen nicht in vielen Museen gibt. Die Besonderheit liegt in einem sich über beide Ebenen erstreckenden Raum, der eine sehr eigene, fast sakral anmutende, Atmosphäre und verschieden Möglichkeiten des Einblicks bietet. Neben ungewöhnlichen Möglichkeiten der Hängung von Bildern, sind so auch interessante Installationen oder Projektionen realisierbar, was der Präsentation eines breitgefächerten Spektrums des aktuellen Kunstgeschehens entgegen kommt.
Das Engagement des Kunstvereins versteht sich als kooperative Ergänzung zum eigenen Ausstellungsprogramm des Museums. Mit zunehmender Tendenz hat sich dort ein Ausstellungsort aktueller Kunst etabliert, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung erlangt hat. Neben einer Vielzahl von Einzel- und hervorragend kuratierten Gruppenausstellungen oft junger Künstler von hohem Potential ist diese Entwicklung vor allem der “Bergischen Kunstausstellung” zu verdanken, die mit der jährlichen Verleihung des Bergischen Kunstpreises eine hohe Bedeutung für junge professionelle Künstler der Region hat. Die Nähe zur Kunstakademie Düsseldorf spielt bei der positiven Entwicklung des Ausstellungsprofils eine wichtige Rolle - und festigt die Bedeutung diese Arbeitsbereichs für das Kunstgeschehen in Nordrhein-Westfalen. Entsprechend findet das Ausstellungsprogramm zunehmende die Aufmerksamkeit bei Besuchern aus den anderen bergischen Städten sowie aus Düsseldorf, Köln und dem Ruhrgebiet. Das Kunstmuseum Solingen hat damit seinen anerkannten Platz in der rheinischen Museumslandschaft gefunden und ist gerade hinsichtlich der aktuellen Kunst ein zentraler Ort im Bergischen Land. Für die Stadt Solingen ist eine weit über das Lokale hinaus wirksame Attraktion entstanden. Das Engagement des Kunstvereins ist in diesem Zusammenhang neben der inhaltlichen, programmatischen Kooperation selbstverständlich auch ein Beitrag zur Finanzierung des Museums, denn der Verein bringt Mittel in Ausstellungsprojekte ein, wirbt selbstständig um Sponsoren und erleichtert das Museum damit nach besten Kräften.
Eine andere Besonderheit des Museums ist seine zweite Säule, die sich mit einem bemerkenswerten bürgerschaftlichen Engagement im Laufe der Jahre zum heutigen Stand entwickelt hat: Mit der Sammlung Gerhard Schneider hat das Museum als zweites Standbein die „Sammlung für verfolgte Kunst“ etabliert und gewährt einen Einblick in die expressive gegenständliche Malerei vergessener, verfolgter Künstler aus dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Dieser Teil des Museums mit seiner vor allem kulturhistorische Aufgabe und Bedeutung entwickelt sich zu einem eigenständigen “Zentrum für verfolgte Künste”. Eine weitere wichtige Aufgabe des Museums ist die Pflege und Präsentation von Werken aus dem Nachlass von Georg Meistermann, dem wohl berühmtesten Künstler, der aus dieser Stadt hervorgegangen ist und dessen künstlerisches Erbe wesentliche Grundlage für die Gründung des Museums im Jahr 1996 war.
Gerade die Parallelität der großen Ausstellungsschwerpunkte, das Profil als Museum mit zwei eigenständigen inhaltlichen Säulen, macht die Besonderheit aus, und der Blick in die Geschichte unterstreicht die Bedeutung eines freien, unantastbaren und lebendigen aktuellen Kunstgeschehens auf bemerkenswerte Art.
In diesem Sinne unterstützt der Solinger Kunstverein seit vielen Jahren das Kunstmuseum Solingen, nicht nur aus der Motivation des großen Nutzens, den der Verein daraus gewinnt, sondern auch als Beteiligung an der Verantwortung für dieses Haus der Kunst, das es auch in schwierigen Zeiten in seiner Gesamtheit zu erhalten gilt.
Diese Aufgabe verstärkt als Schwerpunkt zu verstehen, hat sich der Verein jüngst in 2012 zu einer wichtigen Zukunftsaufgabe gemacht.
>>> www.kunstmuseum-solingen.de
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